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Unsere Serie „Typisch Mann-Typisch Frau": Teil
62
Träume und der kleine Unterschied
Wie das Geschlecht nächtliche Phantasien bestimmt
Männer- und Frauenphantasien sind zwei Welten, das ist lange bekannt. Frauen wünschen sich Geborgenheit, Männer sehen sich als Helden, denen die Mädels zu Füßen liegen. Und nachts, wenn wir unsere Träume nicht beeinflussen können?
Träume sind
mehr als Schäume. Was und wie wir träumen, verrät viel
über unseren Charakter, unsere geheimen Wünsche und
ungelöste Konflikte. Diese Erkenntnis der Forscher hat der
Traumdeutung in den letzten zehn Jahren einen neuen Aufschwung
beschert. Träume bieten eine kostenlose Lebenshilfe. Sie öffnen
Türen zur Selbsterkenntnis. Das bedeutet auch: Unterschiedliche
Charaktere träumen Unterschiedliches. Dadurch wird individuelle
Traumdeutung möglich.
Wenn zwischen
Männern und Frauen typische Unterschiede bestehen, müssten
sie sich auch in ihren Träumen zeigen. Auf den ersten Blick
scheint die Frage leicht zu beantworten. Männer träumen von
heißen Nächten mit mindestens zwei Supergirls
Frauen von einem Märchenprinz, der ihr sein Herz und die
Reichtümer dieser Welt zu Füßen legt. Oder?
Trotz Dutzender
von Traumbüchern bis vor kurzem hat niemand überprüft,
wie weit diese Klischees zutreffen. Erst jetzt hat sich der
Schlafforscher Michael Schredl vom Zentralinstitut für Seelische
Gesundheit in Mannheim zusammen mit Edgar Piel vom Allensbacher
Meinungsforschungsinstitut dieser Frage zugewandt. Die beiden
werteten einige tausend Traumprotokolle aus den Jahren 1956 bis 2000
aus. Ihr Ergebnis: Männer und Frauen träumen tatsächlich
fundamental verschieden. Aber ihre typischen Trauminhalte sehen
anders aus als vermutet.
In den Träumen
der Männer kommen kurvenreiche Blondinen eher selten vor.
Männerträume drehen sich in ersten Linie um Männer.
Ihre vorherrschenden Traumgefühle sind Aggressivität und
Konkurrenzängste. Körperliche Auseinandersetzungen und
Konflikte in der Arbeitswelt sind häufige Inhalte, aber auch
Waffen und Hindernisse auf dem Weg zu Zielen. Sex und Frauen kommen
in ihren Träumen seltener vor als andere Männer.
Frauen träumen
dagegen ebenso oft von Frauen wie von Männern. Meist begegnen
sie im Schlaf nahestehenden, vertrauten Personen
Familienmitglieder und Freund(inn)en. Traurige und depressive
Stimmungen sind ihren Träumen häufiger. Wenn Aggression
vorkommt, ist sie oft gegen die Träumerin selbst gerichtet.
Männerträume haben es mehr mit äußeren,
Frauenträume mit inneren Konflikten zu tun.
In den letzten
fünfzig Jahren hat sich im Geschlechterverhältnis viel
geändert. In den Träumen merkt man davon nicht viel. Die
Traumprotokolle von 1956 zeigen die gleichen typischen Unterschiede
wie die des Jahres 2000. Offenbar hat sich das Gefühlsleben von
Männern und Frauen nicht sehr gewandelt trotz der
veränderten Rollen in der Gesellschaft. Obwohl viel mehr Frauen
als damals im Berufsleben stehen, spielt dieser Bereich in weiblichen
Träumen weiterhin nur eine geringe Rolle.
Auch wenn Frauen
und Männer nachts in unterschiedlichen Welten weilen die
meisten Paare möchten gern gemeinsam einschlafen und aufwachen.
Das ergab bereits 1999 eine britische Untersuchung. Und das, obwohl
man allein tiefer und fester schläft. Das gemeinsame
Nebeneinander ist vielen Paaren wichtiger als ein ungestörter
Schlaf.
Wenn Sie mehr
über Traumdeutung erfahren wollen, lesen Sie bei uns:
Die
Nacht gehört der Phantasie Was
unsere Träume uns raten
Veröffentlicht im November 2005 © by www.berlinx.de
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