|
zur Druckversion
Unsere Serie „Typisch Mann-Typisch Frau": Teil
36
Flirten
Wie Frauen und Männern an geschicktesten zueinander finden
Die Tage werden länger, die Röcke kürzer – Frühlingsgefühle
sprießen. Der Flirt hat Hochsaison. Die Erfolgs-Regeln für den Erstkontakt der
Geschlechter hat EGO-Net für Sie zusammengefaßt.
Männer baggern an, Frauen geben nach oder verweigern sich – die alte Rollenverteilung
stimmt nicht mehr. Flirtforscher haben festgestellt: Frauen sind längst nicht
so passiv, wie es den Anschein hat. Sie ermuntern oder entmutigen Männer mit
ihren Blicken und ergreifen auch beim Ansprechen öfter mal die Initiative.
Fragt man Paare, wie sie sich kennengelernt haben, zeigt sich: Beide hatten
am Gelingen den gleichen Anteil. Wenn Sie die folgenden Erkenntnisse für sich
nutzen, steht Ihrem Flirterfolg nichts mehr im Wege.
Selbstbewußtsein ist wichtiger als Attraktivität. Klar, eine Blondine
mit super Figur zieht mehr Blicke auf sich als eine pummlige graue Maus. Einen
1,90-Meter-Mann mit markanten Gesichtszügen bemerken mehr Frauen als einen
Zwerg mit Softie-Ausstrahlung. Ob ein Flirt zustande kommt, hängt aber vom
Verhalten ab. Wenn der Zwerg und die graue Maus ins Gespräch kommen und sich
sympathisch finden, wird aus ihnen ein Paar, während die Blondine und der
Riese stumm aneinander vorbeigehen und den Abend allein verbringen. Im Klartext:
Schüchternheit ist ein größeres Flirthindernis als äußere Makel. Haben Sie
den Mut, eine(n) attraktive(n) Fremde(n) des andern Geschlechts anzusprechen?
Wenn nicht, machen Sie sich fit mit unseren Übungen im zweiten Teil unseres
Artikels für mehr Selbstbewußtsein.
Gelegenheiten sind wichtiger als Flirtkompetenz. Selbst Schüchterne
finden schnell Kontakt, wenn sie sich oft an Orten aufhalten, an denen sie vielen
Personen des anderen Geschlechtes begegnen. Wer dagegen alles übers Flirten
weiß, aber sein Leben nur in seinen vier Wänden verbringt, wird nie zum Zuge
kommen. Wer zum Beispiel regelmäßig in einem Fitnessklub trainiert, erlebt zahllose
Gelegenheiten, zwanglos mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen. Ohne erst
nach raffinierten Aufreißsprüche suchen zu müssen. Man macht dem andern ein
Kompliment für seine Figur, fragt nach Trainingserfahrungen oder läßt sich eine
Übung erklären. Und schon ist man im schönsten Smalltalk
und kann nach einigen Minuten ein Wiedersehen vorschlagen. Andere gute Gelegenheiten:
öffentliche Verkehrsmittel, Buchhandlungen und Bibliotheken (außer im Lesesaal),
nichtöffentliche Parties. Wie Sie dort an den Mann bzw die Frau kommen, lesen
Sie weiter unten.
Blicke sind nicht alles. Es gibt kaum einen Flirtratgeber, der behauptet,
ohne einen auffordernden Augenkontakt laufe gar nichts. Falsch! Ein Blickkontakt
mit Lächeln ist zwar nützlich, um das Eis zu schmelzen, aber es geht auch
ohne. Hier beide Varianten:
Mit Blickkontakt. Wer einen Raum betritt, schaut erst einmal
alle Anwesenden kurz an – ein Sicherheitsreflex aus Urzeiten. Es kommt zu
kurzem Blickkontakt. Wichtig: Wenden Sie die Augen nach zwei Sekunden wieder
ab, sonst erscheint der Blick bedrohlich und wirkt bedrohlich – Flirtchance
vertan! Nach einigen Sekunden schauen Sie noch einmal hin. Mit großer Wahrscheinlichkeit
macht der andere es genauso. Nun zeigen Sie ein kleines Lächeln. Dieser zweimalige
Blickwechsel genügt, um die positive Bereitschaft für ein Gespräch herzustellen.
Kurz, jetzt können Sie ihn (oder sie) unter einem Vorwand ansprechen.
Ohne Blickkontakt. Was tun, wenn die begehrte Person Sie einfach
nicht sieht? Machen Sie auf sich aufmerksam. Entweder durch ein Geräusch – Sie
stolpern kurz, kramen in Ihrer Tasche oder rascheln mit einer Zeitung – nach
welchem Sie den Blickwechsel nachholen. Oder indem Sie die Person mit einer
höflichen Frage zwingen, sich Ihnen zuzuwenden. Ein typisches Beispiel. Sie
sitzen neben jemandem in der U-Bahn, der hingebungsvoll in einem Buch liest
und kein Auge für Sie hat. Fragen Sie: „Ist das ein Sachbuch oder ein Roman?“
Oder: „Büffelst du für eine Prüfung?“ Wenn Sie das Buch kennen: „Das habe ich
auch gelesen. Wie finden Sie es?“ Falls der/die Angesprochene mißtrauisch aufschaut,
fügen Sie eine kurze Begründung an, warum Sie fragen: „Ich überlege die ganze
Zeit, welches Buch Sie lesen, komme aber nicht drauf. Der Umschlag kommt mir
bekannt vor.“ Nach unseren Erfahrungen erhalten Sie
in 90 Prozent der Fälle eine aufgeschlosene, freundliche Antwort. Die meisten
lesen in der Bahn aus Langeweile und sind froh, das Buch zuzuklappen und sich
nett zu unterhalten.
Witzige Aufreißersprüche sind out, banale Alltagsfragen sind in. Kennen
Sie auch die Tipps für originelle Sprüche, die im Nu das Eis auftauen sollen.
Befragungen unter Frauen haben ergeben, das folgende Männersprüche ganz toll
bei ihnen ankommen sollen:
"Wie fühlt man sich, wenn man die schönste Frau im Raum ist?"
"Hallo, kenne ich Dich nicht? Ja! Du bist das Mädchen mit dem wundervollen
Lächeln!"
„Wie spät ist es? Halb acht? Also Montag, den fünften Mai, 19.30 Uhr. Danke.
Ich wollte mich nur an den genauen Zeitpunkt erinnern können, an dem ich Sie
getroffen habe."
„Hast du nicht etwas vergessen?“ Sie: „Was?“ „Mich.“
Probieren Sie es aus, aber wundern Sie sich nicht über die vielen Reinfälle,
die Sie erleben werden. Was Frauen witzig finden, wenn sie es in einem Fragebogen
lesen, erweckt Mißtrauen, wenn ein Fremder in der Realität plötzlich damit auf
sie losgeht. Dann fragen sie sich nämlich als erstes: „Was ist denn das für
eine Masche? In welchem Männermagazin hat er denn den Quatsch gefunden?“ Der
Grund: Gewollt originelle Sprüche passen nicht zur Alltagssituation. Sie wirken
unnatürlich, aufgesetzt. Fragt man Paare, welche Worte tatsächlich zwischen
ihnen als erste gefallen sind, können sie sich oftmals nicht erinnern. Weil
der erste Satz so banal war, daß er im Gedächtnis keine Spur hinterlassen hat.
Verabschieden Sie sich von der Illusion, Sie müßten unbedingt originell sein.
Optimal sind vielmehr freundlich-neugierige Fragen, die ein verstecktes Kompliment
erhalten. Ein gutes Beispiel fanden Sie im vorigen Punkt (Bücherlesen in der
S-Bahn). Einige weitere Möglichkeiten:
„Sagen Sie ... ich muß zu einer wichtigen Konferenz. Sitzt meine Krawatte
richtig?“
„Kennen Sie sich hier aus? Ich suche ein größeres Geschäft für Campingartikel.“
„Waren sie schon öfter hier? Können Sie mir etwas empfehlen?“
Wenn Sie mir einer Frage starten, haben Sie den Vorteil, auf jeden Fall eine
Antwort zu bekommen. Und Sie sagen dem/der Fremden indirekt, daß Sie ihn/sie
für kompetent halten. Ein weitere wichtige Bedingung: Die Frage muß eine Fortsetzung
des Gesprächs erlauben. „Wie spät ist es?“ oder „Wo fährt hier die Linie 6
ab?“ sind deshalb nicht geeignet.
Banale Alltagsfragen haben einen weiteren Vorteil. Sie sind auch für Frauen
geeignet, um Männer anzusprechen. Besonders große Erfolgsaussichten für flirtende
Frauen: Männer um Hilfe bitten.
EGO-Net-Geheimtip: Wenn Sie öfter in Bussen oder Wartezimmern neben
attraktiven Männern oder Frauen sitzen, aber keinen Gesprächsanfang wissen,
nutzen Sie unseren Geheimtip: Besorgen Sie sich ein Buch über die Kunst des
Handlesens. Oder nutzen Sie unsere Kurzanleitung.
Lernen Sie alles wichtige über Lebens-, Kopf- und Herzlinie und noch rund zehn
weitere Merkmale auswendig. Probieren Sie Ihre neuen Kenntnisse an den Händen
Ihrer Freunde und Verwandten aus. Und dann machen Sie den Praxistest: Sie sagen
zu dem/der interessanten Unbekannten neben Ihnen: „Würden Sie mir einmal Ihre
linke Hand geben. Handlesen ist mein Hobby, und ich habe den Eindruck, bei Ihnen
könnte ich einige interessante Linien finden.“ Die meisten sind neugierig, was
in ihrer Hand steht – auch wenn sie nicht an die Zukunftsdeutung aus Handlinien
glauben. Sie sollten in der Lage sein, vier Minuten lang zu erzählen. Sagen
Sie vor allem Positives und nicht zu konkret. Lassen Sie ab und zu Fachbegriffe
wie Apolloberg, Hepatica und Jupiterfinger fallen, um zu zeigen, daß Sie wirklich
etwas davon verstehen. Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihrem Gegenüber Fragen über
seine Hobbys, Wohngegend, Karriere und Reisepläne zu stellen (siehe folgender
Punkt).
Der Trick mit dem Handlesen eignet sich auch dann, wenn Sie es mit einer
Gruppe zu tun haben: Sie haben beispielsweise eine attraktive Frau entdeckt,
die ist aber mir drei Freundinnen unterwegs. Sprechen Sie die Gruppe an, lesen
Sie allen aus der Hand, aber reden Sie im weiteren in erster Linie mit der
von Ihnen Bevorzugten.
4-Minuten-Smalltalk. Der amerikanische Psychologe Leonard Zunin hat
festgestellt, daß es 4 Minuten dauert, um in einem ersten Gespräch einen Fremden
in einen Bekannten zu verwandeln. Das bedeutet: Wenn Sie flirten, müssen Sie
sich mindestens vier Minuten miteinander unterhalten, ehe Sie mit Erfolgsaussichten
eine Verabredung vorschlagen können. Worüber sprechen Sie mit einem Fremden,
über den Sie noch nichts wissen? Vier Themengebiete eignen sich immer:
- Wohnumfeld
- Ausbildung, Job
- Hobbies
- Reisen, Urlaub.
Die oben genannten Anfangssätze erlauben Ihnen, sofort auf eines dieser Themengebiete
einzuschwenken. Nach der Frage wegen Ihrer Krawatte sagen Sie, was Sie arbeiten.
Sie fragen, ob Ihr Gegenüber auch einen Termin hat, was er arbeitet usw. Der
Frage nach dem Campinggeschäft lassen Sie eine Unterhaltung über die Wohngegend
oder über Urlaubspläne folgen. Nach der Empfehlung einer Speise im Restaurant
können Sie eine Unterhaltung über Essensvorlieben folgen lassen. Mehr Tips im
Buch „Die
Kunst des Smalltalk.
Suchen Sie im Gespräch nach gemeinsamen Ansichten und Erfahrungen. Alles
Trennende ignorieren Sie fürs Erste. Also kein Streit und keine Belehrungen!
Nach 4 oder mehr Minuten können Sie sagen: „Ich würde mich gern bei Gelegenheit
weiter mit dir unterhalten. Können wir uns wiedersehen?“
Verabredung. Wenn Sie sich gleich verabreden, müssen Sie damit rechnen,
versetzt zu werden. Ihr Gegenüber ist vielleicht liiert oder hat nur zugestimmt,
weil es ihm (wie vielen Menschen) generell schwer fällt, Nein zu sagen. Besser:
Telefonnummern tauschen. Mancher mag Unbekannten nicht gleich seinen persönlichen
Daten anvertrauen. In diesem Fall beschränken Sie sich auf die Händynummern.
Und wem das noch zu heikel ist, tauscht erst einmal nur E-mail-Adressen. Melden
Sie sich nach etwa zwei Tagen. Telefonieren Sie ein paar Mal oder wechseln
Sie einige E-mails. Und wenn dann immer noch Sympathie und Interesse besteht,
verabreden Sie sich. Das muß nicht unbedingt ein Restaurant sein. Der Besuch
einer Ausstellung oder ein Spaziergang im Park bei schönem Wetter eignet sich
mindestens ebenso gut. Und ist preiswerter.
Lesetips:
Für Männer:
Christiane
Bongertz: Das Flirt-Buch für Männer. Reihe „Men’s Health“, rororo 61500,
EUR 9,90.
Für Frauen:
Susanne
Fröhlich, Constanze Kleis: Jeder Fisch ist schön – wenn er an der Angel hängt.
Krüger Verlag, EUR16,90
Mai 2003 © by www.berlinx.de
zur Druckversion
|