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Unsere Serie „Typisch Mann-Typisch Frau": Teil
26
„Das kannst du sowieso nicht verstehen!“
Fünf typische Männer- und Frauen-Macken im Vergleich
Ein Paar mag noch so sehr ein Herz und eine Seele sein – bei einigen Themen hört das Verständnis auf. Meist sind das nicht die großen Hürden wie Lebensziele und Familienplanung, sondern Kleinigkeiten, die wir gern dem Geheimnis des ewig Weiblichen oder männlicher Sturheit zuordnen. Als ob damit etwas erklärt wäre.
Sammlertick
Er. Ob Briefmarken, Bierdeckel, Werkzeuge oder Frauen. Männer sind systematische
Sammler. Ob es nur darum geht, für den nie eintretenden Notfall
alle Sorten Nägel in ausreichender Stückzahl parat zu haben, oder
die letzten zwei fehlenden Groschenprägungen des wilhelminischen Kaiserreichs
für die private Münzkollektion zu erlangen: der Kerl, der sonst
achtlos seine Socken in der Wohnung verstreut hier wird er zum Pedanten.
Er kann jedes Teil seiner Sammlung mit allen Eigenschaften und Daten aufzählen,
über Vollständigkeit und noch fehlende Exemplare Auskunft geben,
und Tage damit verbringen, ein neues Ordnungssystem auszutüfteln. Männliche
Jagdinstinkte gekrönt durch Erfolge beweisende Trophäen
standen am Anfang vieler berühmter Museen. Aus königlichen Privatsammlungen
gingen fast alle großen Gemäldegalerien der Welt hervor.
Sie. In der Urzeit
war Sammeln für den Tagesbedarf ihr ureigenstes Terrain. Und so sammelt
sie noch heute. Nicht um eine Rekordkollektion zusammenzutragen, sondern um
jeden Moment für den Notfall gerüstet zu sein. Um zu überleben.
Wer das nicht glaubt, besichtige eine länger im Dienst stehende Handtasche.
??††T??????????Ï Schmerztabletten, Libellos, Kaugummi, Kamm, Schlüssel,
Reste verschiedenster Verpackungen, deren Inhalte längst vergessen und
verschwunden sind ... Ein Hausstand im kleinen. Mit einem Unterschied: selbst
Putz- und Aufräumfanatikerinnen gönnen sich in ihrer Handtasche
das kreative Chaos.
Launen
Er. Männer
sind nüchterne Kopftypen? Im Gegenteil: drei von vier sind für Kerzenlicht,
Schaumbad und sanfte Musik empfänglich. Gefühle sind in. Allerdings
immer verbunden mit einem bestimmten Ziel. Er will sie verführen, sucht
Entspannung nach einem harten Arbeitstag oder möchte ihr einfach einen
Gefallen tun. Er hat gelesen, dass der moderne Mann über emotionale Intelligenz
verfügt. Nun gut, er hat in den vergangenen Jahren lernen müssen,
wie er ihr einen Orgasmus verschafft und sie im Haushalt entlastet. Auch diese
Herauforderung wird er bewältigen. Aber da der männliche Orientierungssinn
einfach besser funktioniert als seine Antennen für Stimmungen und Untertöne,
wird er sich nie allein auf seine Intuition verlassen. Sein Motto: Alles zu
seiner Zeit. In Klartext: Ein stimmungsvolles Candle-light-dinner, bei dem
sie ihm zärtlich in die Augen schaut, find??††T??????????Ïet er klasse.
Wenn es nicht dabei bleibt.
Sie. Die Sinnesorgane
von Frauen arbeiten feiner. Sie unterscheiden mehr Töne und Gerüche.
Blicke, Gesten und leiseste Änderungen in Mimik und Körperhaltung
wissen sie zu deuten. Männer bemerken sie nicht einmal. Kein Wunder,
daß intuitive Formen von Wissen ihre Domäne sind. Die Verfasser
von Schnulzen, Horoskopen und Tarotanleitungen könnten einpacken ohne
ihre weiblichen Fans. Allerdings bringt diese Sensibilität Frauen nicht
nur mehr Einfühlungsvermögen. Sie macht sie auch anfälliger
für jähe Stimmungswechsel. Von wegen Hormonschwankungen! Ihre Laune
reagiert empfindlicher auf Glück und Frust. Ein Stirnrunzeln des Chefs
genügt, um den Blues in ihr auszulösen. Ein Telefonat mit der besten
Freundin baut sie im Nu wieder auf.
Zögern
Er. Eine Entscheidung
ist gefragt. Männer bevorzugen zwei Strategien.
Variante 1: Sie entscheiden sofort, auch mit ungenügenden Informationen.
Alle später eintreffenden Erkenntnisse, die ihre Entscheidung in Frage
stellen, ignorieren sie. Augen zu und durch!
Variante 2: Sie schieben
die Entschei??††T??????????Ïdung auf die lange Bank. Und vergessen sie.
Wagt sie es, ihn zu erinnern, wird er ärgerlich. Und entscheidet schließlich
auf gut Glück, um seine Ruhe zu haben.
Fazit: Langes Zögern ist nicht sein Ding.
Sie. Frauen sind beziehungsorientiert.
Sie möchten daher niemandem weh tun. Die Folge: Es fällt ihnen schwer,
Nein zu sagen. Ihre Sprache wimmelt von Vielleicht, Wenn und Aber. Die Überlastung
vieler Frauen erklärt sich nicht nur aus dem Doppeljob Familie + Beruf.
Trotz übervoller Terminkalender übernehmen sie weitere Aufgaben,
wenn man sie nur lange und eindringlich genug darum bittet. Wo ein Mann ohne
nachzudenken geht nicht sagt, versucht sie ihren guten Willen
unter Beweis zu stellen. Ein schwacher Trost: Frauen sind zum Ausgleich resistenter
gegen Streß.
Basteln/Shoppen
Er. Klar, Technik
ist sein Gebiet. Sein räumlicher Sinn funktioniert besser, und außerdem
hat er als Kind stundenlang aus Legosteinen Bauwerke errichtet und wieder
zerstört. Je komplizierter ein Gerät, je mehr Funktionen es hat,
desto höher für ihn sein Gebrauchswert.
Sie. Daß sie
sich einen Computer ode??††T??????????Ïr ein Auto in erster Linie nach
der Farbe aussucht, ist für ihn unfaßbar. Doch auch sie hat ihre
Domäne, wo sie es kompliziert liebt: das Einkaufen. Er braucht eine Jacke
und kauft sich aus der vorhandenen Auswahl die erstbeste, die seine Mindestanforderungen
erfüllt. Das wäre für sie viel zu langweilig. Daß sie
etwas Bestimmtes braucht, ist für sie nur der Auftakt zu einer Art Abenteuerurlaub.
Shoppen geht sie wie in einen Erlebnispark. Zur Not auch ohne etwas zu benötigen.
Sie wird trotzdem mit Tüten bepackt zurückkehren. Wer Frauen verführen
will, sollte nicht mit einem Ferrari protzen, sondern ein Bekleidungsgeschäft
eröffnen. Sie kauft übrigens mehr, wenn sie mit Freundinnen shoppen
geht, als im Alleingang oder mit Mann.
Rivalen
Er. Ein andere Mann
hat mehr ein größeres Auto, die muskulöseren Oberarme,
einen längeren Penis. Katastrophe! Männer wetteifern um alles, was
in der jeweiligen Kultur als Statussymbol anerkannt ist und ihnen Vorteile
in der Partnerwahl verspricht. Ihre zwei Kampfformen: der direkte Vergleich
im Wettstreit und die körperliche Auseinandersetzung. Müssen
die Männer zu indirekten Kampfformen greifen (Intrigen), stellen sie
sich nicht nur erstaunlich ungeschickt an, sondern leiden auch unter erheblichem
Stress.
Sie. Was hat
sie, was ich nicht habe? Auch Frauen vergleichen sich in Eigenschaften,
die ihre Chancen beim andern Geschlecht verbessern. Busen, Beine, Haarlänge,
Falten ihre Kampfformen sind Neid, üble Nachrede und Intrigen.
Was beiden Geschlechtern in diesem Punkt gemeinsam
ist: sie versuchen mehr, die Konkurrenten des eigenen Geschlechtes zu beeindrucken.
Von Muskelpaketen lassen sich andere Männer beeindrucken Frauen
stehen viel mehr auf Lächeln als auf Bizeps. Umgekehrt haben leicht molligen
Frauen mit Selbstbewusstsein bessere Chancen bei Männern als dürre
Models in Rühr-mich-nicht-an-Pose. Warum letztere die Laufstegs dominieren?
Weil Frauen diese knabenhaften Gestalten schön finden.
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Veröffentlicht im April 2002 © by www.berlinx.de
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