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Wunderarznei Brokkoli
Vom Diät- zum Magenheilmittel

Ausgabe Dezember 2002 /5. Jahrgang

 

Gemüse ist gesund – das weiß jeder. Manche Gewächse leisten aber noch mehr. Sie übertreffen teure Medikamente in ihrer Wirkung gegen gefürchtete Krankheiten.

 

Brokkoli ist eine Unterart des Blumenkohl und stammt aus Italien. Lange Zeit rühmte man das Gemüse in erster Linie wegen seines hohen Gehalts an Vitamin C. Mit 115 Milligramm Vitamin C je 100 Gramm Brokkoli übertrifft es sogar die Kiwis (71 mg/100g). Mehr Vitamin C haben nur schwarze Johannisbeeren (177 mg/100g) und der Spitzenreiter Sanddorn (450 mg/100g). Da Brokkoli - obwohl es möglich ist - nicht roh gegessen wird, geht ein Großteil des hitzeempfindlichen Vitamins bei der Zubereitung verloren.

Brokkoli liefert außerdem B-Vitamine (wichtig für Vegetarier), Kalzium (für die Knochendichte), Chrom (zehnmal soviel wie andere Gemüse, schützt vor Diabetes) und pflanzliches Eiweiß. In 200 Gramm Brokkoli stecken soviel Eiweiße wie in einem Hühnerei. Noch wichtiger aber sind seine Antioxidantien (Glukosinolate, Chlorophyll, Carotinoide). Das sind Stoffe, die zellzerstörende freie Radikale abwehren und sogar vorhandene Zellschäden wieder reparieren. Studien konnten zeigen, daß Brokkoli vor Blasen-, Brust- und Darmkrebs schützt.

Darüber hinaus liefert das Wundergemüse noch zwei spezielle Wirkungen, in denen es vergleichbare Arzneien sogar übertreffen kann - ganz ohne Nebenwirkungen.

Diätmittel. 100 Gramm Brokkoli enthalten gerade mal 25 Kalorien. Mit einer Brokkolimahlzeit - zum Beispiel einem Brokkoliauflauf aus 300 Gramm Brokkoli - können Sie satt werden, ohne mehr Energie zu sich zu nehmen als in einer Vierteltafel Schokolade stecken. Und die meisten Kalorien stecken da in dem Reibekäse, den Sie über Ihren Auflauf streuen. Sättigen ohne zuzunehmen - Brokkoli ist in dieser Hinsicht gesünder und effektiver als die teuren Appetitzügler und Pulverdiäten aus Reformhäusern und Apotheken.

Magenheilmittel. Die Hälfte der Menschheit ist mit dem Bakterium Helicobakter pylori infiziert. In den meisten Fällen leben Menschen und Einzeller in friedlicher Symbiose. Jedoch bei schwacher Immunabwehr und ungesunder Ernährung kann das Bakterium Magengeschwüre und -krebs auslösen. Französische und amerikanische Forder fanden jetzt heraus, daß Brokkoli eine Substanz namens Sulforaphan enthält, die den Krankheitskeim besser bekämpft als herkömmliche Antibiotika. Diese erreichen meist nur die Bakterien, die im Magensaft leben. Keime, die sich in der Magenschleimhaut verstecken, können überleben. Die Wirkstoffe des Brokkoli erreichen auch die verborgenen Keime.

Unser Tip: Setzen Sie einmal pro Woche einen Brokkoliauflauf auf Ihren Speiseplan. Die Zubereitung ist denkbar einfach. Sie kaufen eine Tüte "Fix für Brokkoli-Gratin", die verschiedene Hersteller anbieten und bereiten 300 Gramm Brokkoli nach dem Rezept auf der Tüte zu. Sie brauchen etwa zehn Minuten für die Vorbereitung und 20 Minuten, um den Auflauf im Herd zu garen. Wenn Ihnen Brokkoli pur zu langweilig erscheint, bereiten Sie ihn auf einer Schicht Spaghetti, die freilich die Kalorienmenge erhöhen.

Verwenden Sie nur die grünen Röschen. Die Stielanteile sind zwar auch genießbar, enthalten jedoch Substanzen, die (ähnlich wie bei anderen Kohlsorten) einige Stunden nach dem Essen Blähungen auslösen. Da Brokkoli schnell welk wird: möglichst am selben Tag kaufen und verzehren. Eine gute Alternative bietet Brokkoli aus der Tiefkühltruhe.

 

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