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Zeitmanagement

Organisieren Sie sich gegen das alltägliche Chaos

Ausgabe Dezember 2002 /5. Jahrgang

 

Papierstapel, volle Aktenkörbe, drückende Termine, ständige Verspätung und Überlastung – Symptome unseres stressgeplagten Zeitalters.
Auch Workaholics haben wie Rentner und Babys nur 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Ist Hektik unvermeidbar? Experten für Zeitmanagement zeigen uns, daß es auch anders geht.

 

Zeitmangel ist allgegenwärtig. Wir haben mehr zu tun, als der Tag verkraftet. Da ist nicht nur der Job mit seinen großen und kleinen Aufgaben und dem Papierkram drum herum (Finanzamt, Bank, Ämter). Die Kinder wollen Aufmerksamkeit, die Freunde beklagen sich, daß ich nie erreichbar bin - und die Wohnung pflegt sich auch nicht von allein. Je schärfer der Wettbewerb, desto weniger Zeit bleibt für Muße und Erholung. Aber die Eile zehrt an unseren Kräften. Mit dem Ergebnis, daß wir immer weniger schaffen.

Unordnung beim Umgang mit der Zeit liefert stets Hinweise auf seelische Unordnung. Wir wissen nicht genau, was unsere Prioritäten sind. Was ist wichtig, was eher nebensächlich? Nur nichts verpassen, nur nichts vergessen! Uns fehlt die Kraft zum Verzicht. Zum "Weniger ist mehr". Schaffe ich es, meine Zeit-Ressourcen zu ordnen, gewinne ich auch an seelischer Klarheit. Einige Tips können Ihnen helfen, den Sprung vom Chaos zur Übersicht zu bewältigen.

Den Tag planen. Meist gibt der Job ein Zeitgerüst vor. Er zwingt, zu einer bestimmten Stunden aufzustehen und das Private nach Feierabend zu erledigen. Wir unterwerfen uns fremden Zeitgebern. Kein Wunder, daß wir uns von außen unter Druck gesetzt fühlen. Werden Sie aktiv. Setzen Sie Ihren privaten Zeitplan dagegen. Planen Sie, was Sie während der Arbeit und was Sie in der Freizeit erledigen werden. Zwei Minuten am Vorabend dem kommenden Tagesablauf gewidmet - und schon gewinnen Sie das Gefühl, auf Ihr Geschick Einfluß zu haben

Prioritäten setzen. Unterscheiden Sie zwischen "dringlich" und "wichtig". Wir neigen zu dem Glauben, das, was am eiligsten ist, sei auch am wichtigsten. Erstellen Sie in Ruhe eine Rangliste der wirklich wichtigen Dinge in Ihrem Leben. Wählen Sie die ersten drei bis fünf Punkte aus. Widmen Sie ihnen Ihre meiste Zeit und Kraft. Testen Sie, was passiert, wenn Sie dringliche, aber unwichtige Dinge gar nicht oder nur nebenbei abhaken, aber dafür mehr Zeit den Beschäftigungen und Personen widmen, die Ihnen wichtig sind. Sie gewinnen an Souveränität und dem Gefühl, in erster Linie für sich selbst zu leben.

Planen Sie Freiräume. Jeder Zeitplan sollte wenigstens ein Drittel des Tages für unvorhergesehene Ereignisse frei lassen. Wenn Sie den gesamten Tag verplanen müssen, um Ihre Aufgaben zu erledigen, sind Sie heillos überlastet. Jede unvorhergesehene Kleinigkeit wirft Sie dann aus der Bahn. Entrümpeln Sie. Trennen Sie sich von einem Teil Ihrer Aufgaben, Hobbys und Kontakte. Oder stellen Sie sie wenigstens für einige Wochen zurück. Es lohnt sich: Von nun an werden Sie nicht mehr in Hektik verfallen, wenn etwas Außerplanmäßiges dazwischen kommt. Bleibt die freie Zeit unbeansprucht: Nutzen Sie sie zur Entspannung.

Entrümpeln und Entstapeln. Die erste, spontane Waffe gegen zu viele gleichzeitige Anforderungen sind Stapel. Auf dem Schreibtisch, in Schubfächern und in Aktenordnern. Erst einmal weglegen! Seien wir ehrlich, die Berge unerledigter Aufgaben sind nicht nur eine Last. Sie schmeicheln auch dem Ego. So wichtig bin ich! Aber wenn sie einer Dauereinrichtung werden, signalisieren sie: Wir sind stärker als du. Es ist auch nicht so, daß sichtbare Haufen vor dem Vergessen der Aufgaben schützen. Ehrlich, wissen Sie noch genau, was sich im unteren Drittel der Papierstapel befindet? Da hilft nur eines: Zur Seite drehen, sortieren und erledigen. Auch wenn Sie deswegen zwei Tage lang zu nichts anderem kommen sollten. Auf dem Schreibtisch sollte nicht mehr liegen als Sie auf einmal im Auge behalten können. Das sind maximal sieben Vorgänge. Wenn Sie danach Ihren sauberen Schreibtisch anschauen: das ist ein Gefühl wie Ferien.

Ordnungssysteme nutzen. Klar, einfach nacheinander ablegen ist einfacher als ein System mit Rubriken einzurichten. Aber nur in den ersten Tagen. Sobald Ihre Ablage mehr als zwei Dutzend Dinge enthält, kehrt sich das Verhältnis um: das Einfache wird zum Komplizierten Wer anfangs eine Stunde investierte, um ein Ablagesystem einzurichten, behält die Übersicht. Wer darauf verzichtete, stöhnt bald mehrmals täglich: "Wo habe ich das denn nur wieder hingelegt." Das Suchen kostet mehr Zeit als die eigentliche Aufgabe. Ob im Regal oder auf dem Computer: Entwerfen Sie Ordner, in die Sie Ihr Material einordnen. Beginnen Sie erst einmal mit einer vorläufigen Einteilung. Sollte eine Rubrik unverhältnismäßig groß werden, können Sie die immer noch teilen. Vor allem dann, wenn es die Rubrik "Sonstiges" betrifft.

Literatur mit vielen praktischen Empfehlungen für Ihren Zeitgewinn:

Werner T. Küstenmacher: Simplify Your Life. Einfacher und glücklicher leben. Campus Verlag, Frankfurt/M., New York 2001

Lothar W. Seiwert: Wenn Du es eilig hast, gehe langsam. Das neue Zeitmanagement in einer beschleunigten Welt. Campus Verlag, Frankfurt/M., New York, 7. Auflage 2001

 

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