Richtig gut sieht Bräune
nur aus, wenn sie frisch ist. Natürlich können
Sie Ihrer Haut im nächsten Sonnenstudio einen neuen
Kick verpassen. Aber das kostet nicht nur Zeit und Geld
- es erhöht auch das Krebsrisiko. Sie wissen ja, mehr
als 50 Sonnenbäder pro Jahr sollten Sie nicht riskieren.
Das Risiko des malignen Melanoms, der bösartigsten
Form des Hautkrebs, ist in den letzten Jahren von 1 zu 1500
auf 1 zu 75 gestiegen. Das Risiko verdoppelt sich alle sieben
Jahre.
Statt die Haut weiter zu beanspruchen, sollte
nun ein Schonprogramm zur Anwendung gelangen, das die körpereigenen
Reparaturmechanismen möglicher Schäden aktiviert
und zugleich den Abbau der Hautpigmente bremst. Dazu gehören
folgende Maßnahmen:
Viel eincremen. Trockene Haut verliert
schnell die obere braune Zellschicht. Für das Gesicht
nehmen Sie eine Feuchtigkeitscreme, die Aloe vera enthält.
Für den Körper eignet sich eine Body Milk mit
Jojoba-Öl.
Olivenöl - schon bei den antiken
Griechen zum Einölen beliebt - bewahrt die Haut nicht
nur innerlich, sondern auch äußerlich vor Krebs
und Alterung. Entscheidende Wirkstoffe sind das Vitamin
E und andere Substanzen, die vor den aggressiven freien
Radikalen schützen. Leider zieht Olivenöl, in
Reinform aufgetragen, nur schwer in die Haut ein. Alternative:
Eine Tasse voll Olivenöl, Honig und Sahne in gleichen
Anteilen vermischen und in das Badewasser geben.
Zwei Liter pro Tag trinken. Ausreichende
Flüssigkeitsversorgung verbessert die Hautdurchblutung
und vermindert das Absterben der Hautzellen. Außerdem
sieht die vorhandene Bräune besser aus. Bräune
auf trockener Haut läßt diese alt wirken. Wenn
Sie viel trinken, sollte die meiste Flüssigkeit Mineralwasser
sein, weil ein hoher Flüssigkeitsdurchlauf die Blutsalze
ausdünnt. Mineralsalze ersetzen sie.
Täglich zwei Möhren, gedünstet,
gerieben oder als Saft. Sie enthalten Betakarotin, das in
ausreichender Menge auch ohne Sonne die Haut leicht einfärbt,
da es den Aufbau des Hautfarbstoffs Melanin anregt. Mangel
an Betakarotin führt zu einer schnelleren Entfärbung
der Haut.
Jeden Tag ein bis zwei Tomaten. Sie
schützen wirksam vor Hautkrebs. Falls Sie doch mal
ein Sonnenstudio aufsuchen - eine neue Studie zeigt, daß
der Tomatenfarbstoff Lycopin die Gefahr von Sonnenbrand
um 40 Prozent senkt.
Abwarten und Tee trinken. Täglich
schwarzer Tee senkt das Hautkrebsrisiko nach einer neuen
Studie um 40 Prozent, wenn Sie Zitrone dazu nehmen, sogar
um bis zu 70 Prozent.
Frischen Sie Ihre Hautfarbe mit Selbstbräuner
auf. Äußerlich ist mit den modernen Cremes
das Resultat von echter Sonnenbräune nicht mehr zu
unterscheiden. Allerdings eignen sich Selbstbräuner
nicht als Vorbereitung auf den nächsten Urlaub im Süden,
denn ihr chemischer Mechanismus ist ein anderer. Sie bilden
in der Haut kein Melanin - ihr Wirkstoff ist vielmehr eine
Art Zucker (DHA), der sich mit den Aminosäuren der
obersten Hautschicht verbindet, wodurch diese sich braun
verfärbt. Bei vielen Produkten ist der Effekt schon
nach einer Stunde sichtbar. Andere Firmen setzen zusätzlich
einen biotechnologisch gewonnenen Zucker (Erythruzulose)
ein. Hier kann es bis zu zwei Tagen dauern, ehe die Bräunung
sichtbar wird. Dafür soll der Braunton gleichmäßiger
und länger haltbar sein.
Neue Entwicklungen könnten das Krebsrisiko
in den nächsten Jahren weiter verringern: Amerikanische
Forscher testen zur Zeit eine Creme, die vor Hautschäden
nach riskanten Sonnenbädern schützt. Sie enthält
ein Bakterienenzym, das beschädigte Genmoleküle
in der Haut repariert. Sonnenstrahlen lassen DNA-Stränge
an bestimmten Stellen verklumpen. Die Wirksubstanz kann
sie wieder entwirren. Die Substanz trägt den wissenschaftlichen
Namen "T4 Endonuclease" und wird in kleine Fettkügelchen
eingelagert, mit denen sie tief in die Haut gelangen.