Was kann man noch essen? Welche
Fleischsorte kann man noch ohne Bedenken empfehlen?
- BSE lauert im Rind- und vielleicht auf im Lammfleisch,
- Salmonellen vergiften Geflügel und Eier,
- Antibiotika und Hormone belasten das Schweinefleisch,
- Quecksilber und andere Umweltgifte vergällen die Freude am
früher so gesunden Fisch.
Also ganz ohne Fleisch? Kann man sich allein mit Obst, Gemüse
und Vollkornprodukten gesund ernähren? Ja, wenn Sie ein gesunder
Erwachsener sind. Kinder, Jugendliche und Schwangere sollten zumindest
Milch und Joghurt zu sich nehmen dürfen. Die veganische Ernährung,
die auf jede Art von Tierprodukt verzichtet, also auch auf Milchprodukte,
stellt für sie ein Risiko dar.
Aber sind wir nicht in der Evolution an fleischliche Nahrung angepaßt
worden? Benötigt der Körper nicht tierische Fette und Eiweiße?
Auch das ist wahr. Aber diese Anpassung war nicht so perfekt, daß
der Mensch ohne Fleisch nicht mehr lebensfähig wäre. Urvölker
mußten oft über lange Zeit ohne Jagdbeute auskommen. Deshalb
ist zwar die Versorgung mit bestimmten Stoffen über tierische Nahrung
wesentlich einfacher, aber auch Pflanzenkost kann eine Vollwertkost
sein. Sollten Sie Vegetarier werden wollen, sollten Sie deshalb nicht
wählerisch ein, also bei Spinat nicht angeekelt das Gesicht verziehen.
Und Sie sollten Ihren Speiseplan sorgfältig zusammenstellen, also
aufpassen, daß alle wichtigen Substanzen ausreichend in Ihrer
Nahrung vorkommen.
Insbesondere über folgende Stoffe sollten Sie Bescheid wissen:
Vitamin A, wichtig für Immunsystem, Haut und Augen, kommt nur
in tierischer Nahrung vor. Aber Möhren, Mango, Grünkohl oder
Aprikosen liefern Betakarotin, aus dem der Körper selbst Vitamin
A bildet.
Der beste Vitamin B1-Lieferant (notwendig für ein intaktes Nervensystem,
Mangel verursacht Müdigkeit, Gereiztheit, Leistungsabfall) ist
mageres Schweinefleisch. Doch auch Erbsen, Kartoffeln und Vollkornbrot
liefern beachtliche Mengen.
Vitamin B12 ist notwendig zur Bildung roter Blutkörperchen und
für das Nervensystem. Es kommt nur in tierischer Nahrung vor! Deswegen
sollten Sie als Vegetarier sich wenigstens Quark gestatten. Zwar können
Sie sich auch über Sauerkraut damit versorgen, aber kaum in ausreichendem
Ausmaß. Nach heutigen Erkenntnissen ist es äußerst
unwahrscheinlich, daß Milchprodukten BSE-Prionen enthalten können.
Vitamin D, wichtig für die Knochenbildung, kann der Körper
unter Einwirkung von Sonnenlicht selbst produzieren. Ansonsten kommt
es außer in Steinpilzen und Champignons eigentlich nur noch in
Fisch und Fleisch vor.
Biotin schützt Nägel, Haare und Haut. Außer in Fleisch
kommt es in Spinat und Pilzen vor.
Folsäure ist vor allem für Schwangere wichtig. Ein Mangel
kann die Ursache sein, daß das Kind mit offenem Rückenmark
zur Welt kommt. Sie ist unerläßlich für die Zellteilung
und -neubildung. Die meisten Menschen weisen eine Unterversorgung mit
Folsäure auf. Außer in Leber und Eiern kommt sie in Vollkornbrot,
Grünkohl, und Weizenkeimen in nennenswerter Menge vor.
Eisen ist Bestandteil des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin. Rohes
Fleisch und Fisch sind die besten Lieferanten. Vegetarier versorgen
sich über Vollkornprodukte, Hirse und Hafer.
Jod ist vor allem in der Wachstumsphase unentbehrlich. Seefische enthalten
am meisten davon. Als strenger Vegetarier greifen Sie zu jodiertem Salz.
Selen hemmt Alterungsprozesse. Außer in Fisch kommt es auch in
Algen, Knoblauch und Vollkornprodukten vor.
Eine Reihe gesunder Fette, etwa die Omega-3-Säuren, denen die
fischessenden Eskimos ihre gesunden Herzen verdanken, kommen in Pflanzen
nicht vor. Das ist aber nicht so tragisch, da Vegetarier andere gesunde
Stoffe reichlich zu sich nehmen. Vegetarier sind fast alle schlank und
haben hervorragende Cholesterinwerte. Ballaststoffe, die die meisten
von uns zu wenig essen, haben sie im Übermaß. Das kann ihnen
bei einer plötzlichen Umstellung von gemischter auf rein pflanzliche
Nahrung etwa zwei Wochen lang Probleme bereiten. Der Darm reagiert mit
Durchfall und Blähungen. Diese Symptome gehen jedoch vorüber.